Bildungschancen und Selbstbild von Studierenden

…so lautet die naturgemäß stark verknappte Überschrift zu der Umfrage, die mir die Datengrundlage für meine Masterarbeit liefern soll. Teilnehmen können dementsprechend ausschließlich Student*innen.

Update: Die Befragung ist inzwischen abgeschlossen. Vielen Dank fürs Mitmachen!

Update 2: Die Arbeit ist fertig! Eine Zusammenfassung gibt es hier.

So sieht der Aufruf aus:

******** BILDUNGSCHANCEN UND SELBSTBILD ********
******** Befragung & Verlosung von Geldpreisen ********
—————————————————————————–
Hallo zusammen,

in meiner Masterarbeit untersuche ich Zusammenhänge zwischen Bildungschancen und Selbstbild von Studierenden aller Fachrichtungen.
Die Länge der Befragung variiert individiuell stark und beträgt zwischen 25 und 45 Minuten.Selbstbild

Unter den Teilnehmern werden Geldpreise von 1×100, 3×50 und 5×20 Euro verlost!
Ich würde mich SEHR über Eure Teilnahme freuen.

Hier geht’s zur Studie:
https://unikoelnpsych.eu.qualtrics.com/SE/?SID=SV_6PDLjZbRbz1fTWl

ACHTUNG: Für einen Teil der Befragung benötigt Ihr eine „echte“ Tastatur.
Die Studie kann daher nicht auf Smartphones oder Tablets durchgeführt werden.Einstein2Bohlen

Herzlichen Dank!!!
Viele Grüße

Digo Chakraverty
Masterstudiengang Psychologie
Uni Köln

Du bleibst was Du bist

Marco Maurer, Arbeiterkind und ehemaliger Molkereilehrling, ist heute ein arrivierter Journalist, der für die Süddeutsche Zeitung und die Zeit schreibt. Aus einer sehr persönlichen Sicht startet er eine Tour durch das Thema Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. Dabei weist er auf die vielen Faktoren hin, die darauf hinwirken, dass die Klassenstruktur in unserem Lande so bleibt, wie sie ist. Er benennt die Beharrungskräfte und spricht mit arrivierten Bildungsaufsteigern. Er interviewt auch Menschen, die die ungerechten Zustände nicht akzeptieren wollen, wie Thomas Sattelberger. Der war mir in seiner Funktion als Personalchef der Telekom schon aufgefallen, als ich dort noch Projekte durchführte, und zwar als jemand, dessen egalitäre Aussagen einen bass erstaunen lassen. Wie ist der nur an diesen Posten gekommen, fragte ich mich damals (und das frage ich mich heute noch). Maurer ist jemand, der Ambivalenzen gut aushalten kann. Das Glanzstück scheint mir sein Interview mit Frank-Walter Steinmeier, der selbst aus wenig begüterten Verhältnissen stammt. Da berichtet Mauerer von der emotionalen Achterbahnfahrt, die das Gespräch bei ihm bewirkt und vielleicht auch beim oft so betongesichtigen „Schrankschalter“ ((c) Stefan Reusch) Steinmeier. Ein paar weniger gute Momente gibt’s in dem Buch allerdings ebenfalls. Die dumpfe „Gaucho“-Nummer der Fußball-Nationalmannschaft nach dem WM-Sieg nur der eben etwas raueren Proletarierkultur zuzuschreiben, verkennt meiner du-bleibst-was-du-bistMeinung nach, dass es sich um ein zwangsläufiges Resultat der „Wir gegen die“-Mechanik der Länderwettkämpfe handelt. Überhaupt finde ich es merkwürdig, Gerechtigkeit zu fordern, aber das auf Konkurrenz basierende und zwangsläufig Verlierer produzierende System dabei nicht zu hinterfragen. Das erinnert mich an manche Spielarten des Karrierefeminismus, bei denen die Töchter der Mittelklasse die ihnen zustehenden Privilegien einfordern, weil sie eben auch an die Fleischtöpfe wollen – das unseriöse Pyramidenspiel namens Kapitalismus wollen sie aber beibehalten. Ungerechtigkeit ist ok, aber nicht wenn ich betroffen bin, könnte man sagen. Naja, viele wollen offenbar auf reformistischem Weg in eine egalitärere Gesellschaft. Auch gut. Wie auch sonst, mag man sich fragen.
Gegen Schluss hin kommt dann noch ein bisschen Mainstreamjournalistenkäse (Deutschland ist gut durch die Krise gekommen, auch dank Agenda 2010), bei dem ich mich schnell noch daran erinnern musste, wie viele schlaue und sympathische Momente Maurers Buch enthält – damit es mir so gut in Erinnerung beibt, wie’s es verdient hat. Gerade zu Zeiten, in denen die Ideologie der Ungleichheit im Stechschritt auf dem Vormarsch ist, braucht es solche Publikationen.

hartmannZudem ist noch anzumerken, dass Arbeiterkinder, wenn sie es denn bis in die Eliten hinaufgeschafft haben, Maßnahmen zur Verringerung der Ungleichheit wesentlich aufgeschlossener gegenüberstehen als Manager, Ministerinnen oder Funktionäre aus Mittel-und Oberschicht. So zumindest die Forschungsergebnisse des Soziologen Michael Hartmann Das spricht in jedem Fall dafür, möglichst vielen Personen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien diesen „Aufstieg“ zu ermöglichen. Das mag für die Führungsetagen-Frauenquote in ähnlicher Weise gelten.