Ützel-Brützel darf nicht sterben!

Vor kurzem besuchten wir in Stuttgart eine Veranstaltung der Fernuni Hagen zum Thema Community Psychology. Der Angelegenheit angemessen, drehten wir eine Runde über das multikulturelle Fest auf dem Rathausplatz. Der erste Stand wartete mit einer eigenwilligen Reklame auf.

keinwein

Das erinnerte mich an eine Begegnung, die ich vor einigen Jahren in der S-Bahn hatte. Ich geriet mit einem Türken ins Gespräch, der eben erst zugewandert war. Er zeigte mir sein Deutsch-Lehrbuch, dessen erste Seite die Zeichnung eines Tischs zeigte. Darunter stand: Dies ist kein Stuhl.

Ob sich fremde Kulturen durch Verneinung erschließen lassen?  Man weiß es nicht. Zu einem offensiven Umgang mit sprachlichen Stereotypen hat sich dagegen der Besitzer eines Döner-Imbisses im Stuttgarter Hauptbahnhof entschlossen, was ein weiteres Argument gegen die Umbaupläne der deutschen Bahn ist. Ützel-Brützel darf nicht sterben!

uetzel

 

 

 

Meditation

Halvorsbøle gehört der ACEM-Organisation und liegt kitschpostkartenartig am Randsfjordsee. Neulich war ich dort eine Woche lang zu einer Meditationsklausur. Dem Einwand, es sei ganz schön bescheuert, den Weg nach dort oben auf sich zu nehmen, um die sonnigsten Tage des kurzen norwegischen Sommers mit geschlossenen Augen in einem abgedunkelten Raum zu verbringen, habe ich wenig entgegenzusetzen. Es ist halt so. War schön.

Das Gebäude hat eine bewegte Vergangenheit (Die Verhandlungen zum Osloer Friedensprozess fanden dort statt). Es könnte aber auch der Rückzugsort eines James-Bond-Gegenspielers aus den siebziger Jahren sein. In den Zimmern finden sich drollig formulierte Anweisungen für den Brandfall.

Feuersbrunst

Heimlich konnte ich im Verwaltungsbüro dokumentieren, dass die Organisation gegenüber Obdachlosen ein unzeitgemäßes Schubladendenken pflegt.

penner

 

InderKinder

InderkinderDurch einen Zufall wurde ich auf das Buch InderKinder der Herausgeberin Urmila Goel aufmerksam. Es enthält Texte von Personen, die Kinder nach Deutschland eingewanderter Inder sind. Den einzelnen Verfassern wird Raum gegeben, in ihrer eigenen Sprache ihre persönliche Sicht auf die Besonderheiten dieser Herkunftssituation einzugehen.

Selbst ein Inderkind, habe ich einen Beitrag für die Fortsetzung der Sammlung geschrieben.