Is muss

Die Zukunft ist menschlich
Hannah Herbst wirbt für den Feminismus
, In: Livres – Bücher, Literaturbeilage des Tageblatt, Luxemburg, November 2018

Hanna Herbst, Feministin sagt man nicht

In dem feinen Film „Blackkklansman“ muss Adam Driver irgendwann so inbrünstig wie möglich „Say it loud – I’m black and proud“skandieren, was angesichts der erklecklichen Whiteness des Mannes einen ziemlichen Schenkelklopfer abgibt. Ähnlich absurd kommt es mir vor, wenn sich Männer als Feministen bezeichnen. Als könnte man alle Privilegien abstreifen, indem man eine Selbstbezeichnung wählt, die das eigene Geschlecht ausschließt. Am absurdesten finde ich allerdings, wenn jemand, der nicht gerade so fies und mächtig ist wie Trump oder Orbán, etwas gegen den Feminismus hat. Also gegen die grundsätzliche Idee, das Menschen, welchen Geschlechts auch immer, gleichwertig sind. Das ist dumm. Das ist gemein. Und Hannah Herbst sagt genau das.